Montag, 11. Februar 2013

Mein Körper macht mir zu schaffen…

… und ich habe das Gefühl, dass wir nicht ganz im Einklang miteinander sind. Will heißen: Der macht doch was er will und schreibt mir die Rechnung für mein unverantwortliches Verhalten. Oder fühlt er sich von mir einfach nicht genug eingebunden, nicht genug beachtet und berücksichtigt in meinen Alltag und rebelliert jetzt? Vielleicht steckt dahinter ja eine Forderung, ihn als gleichberechtigt Handelnden in meine Entscheidungen, gar in mein ganzes Alltägliches und Nichtalltägliches Tun miteinzubeziehen. Sozusagen ein Netzwerk zu gründen, das auf Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit basiert. Ein Geist/Körper-Gespann, das sich in eine so starke Symbiose begibt, dass es schließlich „Eins“ wird. Ein Ganzes, also. Deswegen rebelliert der Körper wahrscheinlich auch gern. Man treibt sich ja – oft in sportlicher Betätigung – bis zur totalen Erschöpfung und zurück, weil man „den Kopf frei bekommen“ will, weil einen all die Belastungen, die das tägliche Leben so mit sich bringt, so sehr belasten, dass man einen Katalysator sucht, durch den sich den psychischen Belastungen auf irgendeine Weise beikommen lässt. Und das scheint eben am Besten zu funktionieren, indem man den Körper zu großer Anstrengung treibt, so dass diese auch Auswirkungen auf den psychischen Apparat haben. Müsste also eigentlich jedem klar sein, dass das eine nur mit dem anderen funktioniert, dass da eine Interaktion waltet, deren Interakteure gleichberechtigte Partner sein müssten. Und trotz dieses Wissens ignorieren wir den Körper immer wieder, bis er sich nicht mehr ignorieren lässt. Wir denken uns „Ach, das geht schon bald wieder“ oder „einmal kann ich noch feiern gehen, so krank bin ich nicht.“. Das geht auch meistens eine Weile gut. Aber irgendwann haben wir uns so lange eingeredet, dass es „schon bald wieder geht“, dass wir die äußersten Warnsignale des Körpers kaum mehr Wahrnehmen. Bis die Schmerzen und Beschwerden schließlich so stark werden, dass wir sie einfach nicht mehr ignorieren können und einfach „ans Bett gefesselt“ werden. Unser Körper fesselt unseren Geist also ans Bett, dass sich der endlich mal erholt und vielleicht wieder bereit ist, ein bisschen symbiotisch wertvoller mit der Entität umzugehen, die ihn erst zum Mensch macht. So betrachtet offenbart sich ganz schnell eine unbedingte Wechselbeziehung, bei der die Grenze zwischen Patient und Handelndem ständig verwischt und verschwimmt. Der Körper sendet Signale, die der Geist entweder ignoriert oder beachtet und dann dem Körper bei der Gesundung hilft oder die Erkrankung noch weiter in die Tiefe treibt. Wenn einer der beiden betrachteten Gegenstände also im Begriff ist, unterzugehen, wird das baldige und drastische Auswirkungen auf den jeweils anderen haben. Nicht umsonst gibt es das Phänomen der psychosomatischen Erkrankungen. Greifen wir doch abermals auf den Volksmund zurück, der uns in unseren Betrachtungen schon des Öfteren weitergebracht hat: „Mir wird ganz schlecht, wenn ich das höre.“ Oder: „Dieses Problem bereitet mir Magenbeschwerden.“ „Ich könnte kotzen.“ All diese Aussagen werden eigentlich nur getätigt, um den Zustand des Missfallens über einen bestimmten Sachverhalt auszudrücken. Obwohl dieses Missfallen zweifelsohne auf geistiger Ebene anzusiedeln ist, wird es in diesen Redewendung in die direkte Verbindung mit körperlichen Mängelreaktionen gebracht. Die Patientenrolle, und damit das eigentliche Problem (Die Prüfung, die Magenbeschwerden bereitet oder die Kopfschmerzen, die uns hindern, auf die Prüfung zu lernen), wird dabei ständig hin und her geschoben, um sich aus der Verantwortung zu stellen. Die Lösung liegt abermals auf der Hand.

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